Warum wir uns für das Content Management System Magnolia entschieden haben

von Sarah Lehneke
23.03.2018

Wer alles macht, macht wenig richtig – dieses Motto verfolgen auch wir bei Neoskop. Daher haben wir uns auf das Content-Management-System Magnolia spezialisiert. Unsere sechsjährige Zusammenarbeit mit dem Schweizer Unternehmen möchten wir zum Anlass nehmen, um mit unserem Geschäftsführer und Chef-Entwickler, Maik Jablonski, über den Hidden Champion am CMS-Markt zu sprechen.

Neoskop ist zertifizierter Magnolia-Partner. Was genau bedeutet das?

Maik: Das heißt konkret, dass unsere Entwickler durch Magnolia geschult und zertifiziert sind. Unsere Projekte sind nach den Magnolia Standards umgesetzt. Unsere Kunden können also darauf vertrauen, dass unsere Projekte auch von anderen Magnolia-Agenturen problemlos übernommen werden können. Das Arbeiten nach festgesetzten Standards ist nicht nur für unsere interne Entwicklungsarbeit wichtig, es gibt auch dem Kunden Sicherheit.

Warum hat sich Neoskop auf Magnolia spezialisiert und nicht auf TYPO3, WordPress, Joomla oder Drupal?

Maik: Ein für uns sehr wichtiges Kriterium bei der Evaluation von CMS-Systemen ist die Flexibilität. Konkret gesprochen: Wir wollten ein CMS, welches uns bei der Gestaltung und Umsetzung des Frontends keine Grenzen setzt. Bei Magnolia gibt es hier keine Einschränkungen. Andere Systeme wie TYPO3 oder WordPress bringen schon immer fertige Ideen bzw. Implementierungen für einzelne Content-Module mit. So ist z.B. die Darstellung einer Bildergalerie oder eines Teasers meist vorgegeben und müssen dann umständlich angepasst werden. Mit Magnolia haben wir aus Frontend-Perspektive also alle Freiheiten und können damit ein auf den Kunden abgestimmtes, individuelles Design gestalten.

Eine weitere wichtige Anforderung war, dass es ein Open-Source-System sein sollte, welches enterprisefähig ist und auch unseren Entwicklern Spaß macht. Das ist ein wichtiger Aspekt, um auch qualitativ hochwertigen Code zu produzieren. Magnolia bietet eine saubere und moderne Code-Basis, in die man sich als Entwickler sehr gut einfinden und diese weiterentwickeln kann.

„Letztendlich haben wir uns für das CMS Magnolia entschieden, weil es flexibel, skalierbar und technisch State of the Art ist.“

— Maik Jablonski, Geschäftsführer Neoskop

Welche Vorteile bietet Magnolia für Redakteure?

Maik: Magnolia investiert stetig in die Redakteurs-Usability. Redakteure können ohne Schulungsaufwand Inhalte selbstständig erstellen und pflegen. Mit Magnolia 5 wurde die Benutzeroberfläche stark vereinfacht und für mobile Endgeräte optimiert. Auch die neu geschaffene App-Architektur war sicherlich ein Highlight von Magnolia 5. Sie bietet den Vorteil, dass einzelne Funktionen des CMS modular eingebunden werden können. Der Redakteur pflegt diese Daten in einer App, die Inhalte werden auf mehreren Seiten ausgespielt. Ein beliebter Use Case sind Ansprechpartner bzw. Kontakte.

Durch offene Schnittstellen kann man auch externe Anwendungen einbinden und diese im Look-und-Feel von Magnolia darstellen. Dabei muss man natürlich abwägen, in welchem Fall eine Integration Sinn macht. Ein weiterer großer Vorteil ist natürlich, dass Magnolia Open Source und damit kostenlos ist – zumindest die Community-Edition. Bei der Enterprise-Edition variieren die Kosten, je nach Anforderung.

Was ist der Vorteil der Enterprise-Edition von Magnolia?

Maik: Mit der Enterprise-Edition hat der Kunde natürlich weitreichenden Support durch Magnolia. Darüberhinaus kann die Website mit der Enterprise-Edition auf mehrere öffentliche Servern publiziert werden. Mit der Community-Edition dagegen kann man den Content der Autoreninstanz nur auf einen öffentlichen Server übertragen. Im Ergebnis hat man mit der Enterprise-Edition somit eine höhere Ausfallsicherheit und Skalierbarkeit. Insbesondere für unsere Großkunden, wie der Direktversicherer Hannoversche Lebensversicherung, ist Ausfallsicherheit ein wichtiges Kriterium, da die Website der größte Vertriebskanal ist.

Erinnerst du dich noch an unser erstes Magnolia-Projekt?

Maik: Das erste große Projekt war das VHV Partnernetz, eine B2B E-Commerce-Lösung. Versicherungsmakler der VHV können auf der Plattform Marketingmaterialien bestellen, wie beispielsweise Druckstücke oder kleine Werbegeschenke. Hierzu war die Integration des SAP-Systems und anderen Datenbank-Systemen notwendig. Bereits seit 6 Jahren läuft das Portal auf der gleichen technologischen Plattform, sprich Magnolia, aber natürlich in der aktuellsten Version 5.6.

Werden alle unsere Kundenprojekte mit Magnolia umgesetzt?

Maik: Grundsätzlich lassen sich unterschiedlichste Projekte mit Magnolia umsetzen. Ob Magnolia letztendlich das richtige CMS für die digitale Präsenz des Kunden ist, kann man erst nach einer intensiven Anforderungs- und Konzeptionsphase beurteilen. Aufgrund des von Magnolia favorisierten Light-Developments und vor allem auch durch schnelle automatisierte Deployments über Docker, können Projekte heute viel schneller initial aufgesetzt werden. Vor 6 Jahren war das alles noch sehr viel manuelle Arbeit. Das Initiale Set-up hat dann schon mal ein bis zwei Tage gedauert. Heute ist dies in wenigen Stunden realisierbar und Magnolia kann gut auch für kleinere Projekte verwendet werden. 

„Aufgrund des Light-Developments und vor allem auch durch schnelle automatisierte Deployments über Docker, können Projekte heute viel schneller initial aufgesetzt werden.“

— Maik Jablonski, Geschäftsführer Neoskop

Was ist Light-Development?

Maik: Bis vor einigen Jahren war Magnolia stark geprägt von Backendentwicklern, also von Entwicklern, die sich gut mit der Java-Plattform auskennen, die dann auch die Dialoge für die einzelnen Content-Module entwickelt haben. Mit dem Light-Development verfolgt Magnolia eine Strategie weg von schwergewichtigen Java-Technologien hin zu leichtgewichtigen Frontendtechnologien. Der Frontendler kann also ohne Unterstützung von Backendlern Dialoge und Markup für Content-Module schreiben und damit die Kundenanforderungen schneller umsetzen.

„Mit dem Light-Development verfolgt Magnolia eine Strategie weg vom schwergewichtigen Java-Technologien hin zu leichtgewichtigen Frontend-Technologien.“

— Maik Jablonski, Geschäftsführer Neoskop

Wohin geht die zukünftige Entwicklung von Content-Management-Systemen?

Maik: Seit ein paar Jahren wird sehr viel über Headless CMS gesprochen. Dahinter verbirgt sich der Wunsch, das CMS komplett vom Frontend zu trennen. Das CMS stellt lediglich die Datenstruktur bereit, alles andere läuft über die Frontend-Technologie, beispielsweise Javascript-Frameworks wie Angular oder React. Der Vorteil hierbei ist, dass man Inhalte nicht in verschiedenen Systemen pflegen muss. Stattdessen stellt das Headless CMS lediglich die Datenquelle bereit, welche die Inhalte an unterschiedliche Geräte und Strukturen über eine REST-API ausliefert. Das CMS wird sich also eher zu einer reinen Datenquelle wandeln und Frontend-Technologien werden aufgrund der steigenden Zahl unterschiedlichster Devices und Systeme zunehmend wichtiger.

Vielen Dank für Deine Zeit Maik!

Maik: Sehr sehr gerne :)

Ihr wollte mehr über Magnolia und Neoskop erfahren?

Weitere Vorteile von Magnolia und mehr Details zu unserer Zusammenarbeit mit dem Schweizer Unternehmen auf neoskop.de/magnolia

Auf contentmanager.de spricht Magnolias Chief Visionary Officer Boris Kraft, über die Einsatzmöglichkeiten und die Zukunft von Headless CMS.