Smashing Conference Barcelona 2016

von Nikolas Fleischhauer
28.10.2016

Am 25. und 26. Oktober 2016 fand in Barcelona der spanische Ableger der Smashing Conference statt. Und das bei 20 Grad und vereinzelten Sonnenstrahlen, was einen Norddeutschen natürlich begeistert. Den rund 500 (eigene Schätzung) internationalen Zuhörerinnen und Zuhörern — mehrheitlich Entwickler, UX- und Web-Designer — wurde eine bunte Mischung aus interessanten und lebendigen Vorträgen geboten. Die Smashing hat es wieder geschafft, inspirierte und inspirierende Speaker zu gewinnen.

Zum Akklimatisieren gab es bereits am Abend zuvor erste kleine Vorträge, Gespräche und reichlich Estrella Damm — das Bier Barcelonas, das einem hier an jeder Ecke begegnet … Dementsprechend fand diese Pre-Conference Warm-Up Party auch in der Antiga Fàbrica Estrella Damm statt.

Für die eigentliche Konferenz am Dienstag und am Mittwoch hatten die Veranstalter den prachtvollen und wunderschönen Palau de la Música Catalana gebucht, den "Palast der katalanischen Musik", der zum spanischen UNESCO Weltkulturerbe zählt:

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Von großen Mysterien bis zu kleinen CSS Hacks

Die Konferenz öffnete bereits ab 8:00 Uhr. Die Bandbreite reichte von eher übergeordneten Themen, z. B. Gesetzmäßigkeiten und Faustregeln zur Prognose zukünftiger Entwicklungen in Technik und Gesellschaft, bis zu klar abgegrenzten Fachvorträgen über Projekte und Erfahrungen in den Bereichen UX, (Web-) Design und Development.

Marcin Wichary, Designer und Developer bei Medium startete am Dienstagmorgen großartig mit seinem Vortrag "To Hell For Type". Er ließ das Publikum mit reichlich Humor und einer unterhaltsamen Präsentation unter die Oberfläche der typografisch anspruchsvollen Medium-Inhalte gucken und verriet, mit welchen — teils kruden — Details er dort in seiner Rolle befasst ist. Beispielsweise warum bestimmte Buchstaben des polnischen Alphabets in der Zeit des Übergangs zwischen Schreibmaschine und Tastatur verschwanden; wie man heute versucht, eine Lösung für dieses Problem zu finden (z. B. Tastenkombinationen im Kontext unterschiedlicher Betriebssysteme, etc.) und welche Auswirkungen diese Geschichte auf seine eigene Arbeit hat.

Wenn es das Ziel von Jessica Svendsen gewesen ist, mit Ihrem Vortrag "Designing for Display" zu inspirieren und zu begeistern, dann ist ihr das ausgezeichnet gelungen. Jessica, die als Designerin zuletzt für Apple gearbeitet hat und aktuell für die New York Times tätig ist, hat mit einer Reihe beeindruckender Beispiele ihrer eigenen Arbeit gezeigt, wie eng das Thema Kommunikationsdesign mit einem ernsthaften künstlerischen Anspruch verknüpft sein kann, ohne verbissen zu wirken.

Frontend-Entwicklerin Sara Soueidan bot mit ihrem Vortrag "SVG in Motion" gleich ein ganzes Sammelsurium an Themen. Es war weit mehr als das Thema SVG, es war ein echter Parforceritt durch ihren beruflichen Wirkungsbereich — immer wieder gespickt mit nützlichen Hacks und Tricks, die für die anwesenden Designer und Frontend-Entwickler an der einen oder anderen Stelle bestimmt sehr hilfreich sein werden.

Besonders sehens- und hörenswert waren auch die beiden Vorträge von Adrian Zumbrunnen und Christian Holst: Adrian, der als UX-Design-Freelancer häufig mit Google zusammenarbeitet, machte in seinem Vortrag "Designing Choice" mit plakativen und passenden Beispielen deutlich, warum es als Designer sinnvoll ist, Usern nicht viele Freiheiten zu bieten, sondern verschiedene klar definierte Optionen vorzugeben. Der UX-Engineer Christian gab in seinem klugen Vortrag "Conversion Rate Optimization Techniques in eCommerce" fundierte und interessante Einblicke in das Thema Checkout-Optmierung.

Unser Fazit

Insgesamt war die Smashing Conference in Barcelona eine wirklich sympathische und interessante Veranstaltung, aus der jeder der Anwesenden mit Sicherheit etwas mitnehmen konnte. Die Locations waren sehr gut gewählt.  Es gab natürlich auch kleine Nebenattraktionen, wie Flipper, Kicker und andere Daddel-Automaten, eine ganz lustige Lego-Competition und sogar mitten im Programmverlauf eine Runde Planking auf der Bühne mit einer erstaunlichen Anzahl Freiwilliger. Das Frühstücksbüffet war richtig lecker und umfangreich, aber ein Lunch-Angebot hat für die beiden langen Tage doch gefehlt. Das konnte auch "das gute Estrella Damm" am Abend nicht wieder reinholen.