Magnolia-Konferenz 2016 – Ride the lightning

von Arne Diekmann
23.06.2016

Auf der nunmehr siebten Konferenz von Magnolia-CMS gab es kaum Überraschungen – gut so! Stattdessen wurde der Kurs der letzten Jahre beibehalten: Weg vom schwergewichtigen CMS hin zum Frontend-agnostischen Framework und zum Ausbau von Magnolia-as-a-Service.

Light(ning-fast) Development

Auf der diesjährigen Magnolia-Konferenz geht der Trend des letzten Jahres, im Frontend mehr Freiheiten zu lassen, ungebrochen weiter. Denn wie Boris Kraft in der Keynote konstatierte: “JavaScript is the most commonly used programming language on earth”. Ein Ergebnis dieses Trends ist, dass Light Development - die Möglichkeit ohne Java-Expertise simple Seitentypen und Komponenten erstellen zu können - weiter verfeinert wurde.

So hat Magnolia über das letzte Jahr selbst die Stellen des CMS, die per YAML-Konfiguration leicht manipuliert werden können, ausgebaut. Ab Magnolia 5.4.7 ist es beispielsweise möglich, Module komplett per YAML-Dateien zu konfigurieren und Dashboard-Konfigurationen durch YAML dekorieren zu können.

Gleichzeitig sind verschiedene Tools erschienen, zum Teil von Magnolia selbst, zum Teil von Drittanbietern und Partnern, die das Light Development weiter vereinfachen sollen. Aus technischer Sicht schienen uns die folgenden drei Tools denkwürdig:

  • Magnolia CLI: Ermöglicht das Erstellen von Light Modules per Kommandozeile
  • magnolia-lighter: Ein Postprozessor, um noch simplere YAML-Konfiguration zu ermöglichen
  • CoToolz: Eine Erweiterung von IntelliJ IDEA, um bei der Erstellung von YAML-Dateien für Magnolia zu unterstützen (u.a. Code-completion, Validierung)

Durch all diese Weiterentwicklungen wird eine schnelle Prototyp-Entwicklung vorangetrieben und der Einsatz von Light Development vereinfacht. Ob man deshalb voll auf Light Development oder auf bewährte Technologien zur Definition von Seitentypen und Komponenten – wie z.B. Magnolia Blossom – setzt, sei mal dahingestellt. Entscheidend ist, dass Magnolia den Wert von Agilität und Geschwindigkeit bei der Implementation eines CMS erkannt hat und zur Unterstützung die nötigen Werkzeuge zur Verfügung stellt.

Magnolia ❤ DevOps

Eine weitere Neuerung, die auf der Konferenz vorgestellt wurde, ist ein Rebranding der SaaS-Lösung Magnolia on demand, die ab sofort Magnolia NOW heißen wird. Auch das CMS erhält einen neuen Namen: Magnolia Core. Hinter diesen Namenswechseln steht die Betonung der Notwendigkeit die Infrastruktur und nicht nur ihren Kern als Teil der Applikation zu begreifen.

Deutlich spannender als der Namenswechsel ist aber die Tatsache, dass Magnolia NOW ein sehr viel größeres Szenario an Anwendungsfällen abdeckt, als es Magnolia on demand vermochte. Auf Basis des SysEleven Stacks stellt Magnolia eine Umgebung zur Verfügung, in der für ein spezifisches CMS mehrere Stufen (Testing, User Acceptance Tests, Live) vorhanden sind. Über ein GUI, genannt Cockpit, können Änderungen auf der Test- beziehungsweise UAT-Ebene deployt und nach erfolgreichen Tests live gestellt werden. Ebenso einfach lässt sich der Content der Live-Ebene für realistischere Tests auf die Test-Ebenen kopieren.

Zum Launch wird Magnolia NOW nur die Möglichkeit bieten, die oben erwähnten Light Modules einzubinden. Somit sind beispielsweise maßgeschneiderte Integrationen von Fremdsystemen noch nicht in dieser Umgebung möglich. Die Richtung stimmt aber: Um stabile Umgebungen zu implementieren, die trotzdem schnell und sicher verändert werden können, sind Automatisierung und Infrastruktur als Code unabdingbar.

Unser Fazit

Magnolia hat als Notwendigkeit erkannt, dass ein Enterprise CMS eine immer weiter wachsende Zahl an Diensten und Fremdsystemen integrieren können muss und, dass das nur möglich ist, wenn die Entwicklung mit Magnolia schnell genug voranschreiten kann:

„You dont want to wait for three months or four, five, six months or a year until whatever digital presence you’re working with actually has the innovations that your competitors have already introduced in the market. Speed is of the essence so that you can succeed with your business.“

— Boris Kraft

Auf der einen Seite wird die dafür nötige Geschwindigkeit durch Light Development ermöglicht, weil die Zeit, die für das Templating benötigt wird, drastisch reduziert wird. Auf der anderen Seite kann durch Magnolia NOW der Betrieb des CMS Magnolia und SysEleven überlassen und Deployments vereinfacht und beschleunigt werden.

Diese Entwicklungen machen das Backend noch lange nicht überflüssig und auch Magnolia NOW ist noch nicht reif für die spezialisierten Anwendungen, für die Magnolia oft präferiert und geschätzt wird. Solange aber die Fragen, die sich Magnolia stellt und bearbeitet, sich mit unseren decken, blicken wir gespannt in die Zukunft. Auf eine weitere, unaufgeregte Magnolia Konferenz 2017!