Was ist Employee Advocacy und warum reden alle darüber?

von Alina Lipka
16.02.2016

In den USA bereits gehyptes Buzzword, in Deutschland eher rar in der Unternehmenskommunikation: Employee Advocacy. Seit der von Blappsta organisierten Podiumsdiskussion am 20. Januar dürfte das anders aussehen. Employee Advocacy diente bei Rock the blog Satellite als spannendes Diskussionsthema. Gemeinsam widmeten sich Tobias Röver, Social Media Marketing Manager bei Microsoft, Marylin Montoya, Marketing Director bei Sociabble, und Mattias Drefs, Marketing Director Social Media EMEA bei Oracle, dem Thema als innovativer Strategie einer professionellen Markenkommunikation.

Was ist eigentlich Employee Advocacy?

Unter Employee Advocacy  versteht man im Prinzip die Förderung einer Marke oder eines Unternehmens durch die eigenen Mitarbeiter. Während der Podiumsdiskussion definierte Mattias Drefs den Begriff wie folgt:

„Employee Advocacy is the way of getting your employees to talk about your products and your company in a positive way.“

— Mattias Drefs

Employee Advocacy ermöglicht Mitarbeitern an der externen Kommunikation teilzuhaben, indem sie in ihren sozialen Netzwerken Inhalte des Unternehmens teilen, Begeisterung demonstrieren und mit den Dienstleistungen oder den Produkten überzeugen. Die E-Reputation des Unternehmens wird so auf eine positive Art gesteigert. Es handelt sich also ganz klar um Word-of-Mouth-Marketing im Social Web. 

Warum sollte man sich als Unternehmen mit Employee Advocacy beschäftigen?

Im Allgemeinen wird der Content wertvoller, wenn er durch Mitarbeiter geteilt wird. Dies spiegelt wider, wovon der Oracle Marketing Director berichtet: Interaktions- bzw. Engagementraten können bis zu fünf mal höher ausfallen, wenn die Nachricht nicht vom Unternehmen selbst, sondern von einem Mitarbeiter kommuniziert werde.

Was wir daraus lernen können? Dass wir unseren sozialen Kontakten stärker verbunden sind als einer Marke beziehungsweise einem Unternehmen. Generell bringt Employee Advocacy Unternehmen Vorteile in vielerlei Hinsicht: 

  • Content wird glaubwürdiger: 92 % der Social Media User vertrauen Inhalten, die von Freunden geteilt werden
  • Content wird prominenter gezeigt: Bei Facebook werden beispielsweise durch den neuen Algorithmus Unternehmensneuigkeiten seltener gezeigt als Statusupdates der eigenen Freunde
  • Content wird exponentiell verbreitet: Durchschnittlich hat jeder User 200 Kontakte pro sozialem Netzwerk, sodass die Reichweite rasant organisch wachsen kann

Marylin Montoya, Marketing Director bei Sociabble, berichtet von einem spürbaren Erfolg, den Unternehmen mit Employee Advocacy erzielen können. Sie ist überzeugt, dass sich die Unternehmenskommunikation grundlegend verändert hat. Das Start-Up Sociabble betreut unter anderem Giganten wie Microsoft, Oracle, Sage, BNP Paribas und L'Oréal. 

Mit welchen Herausforderungen sind Unternehmen bei der Umsetzung von Employee Advocacy konfrontiert?

Laut Tobias Röver bedeutet Employee Advocacy für Microsoft Deutschland Inspiration und Bereicherung. Die meisten Mitarbeiter sind in Netzwerken wie Facebook oder Twitter aktiv und mitteilungsbereit. Statistisch gesehen nutzen 79 % der Deutschen soziale Netzwerke. Nichtsdestotrotz ist die Umsetzung von Employee Advocacy mit Hürden verbunden: 

„Vor allem die Unternehmenskultur muss dafür geschaffen werden. Dafür ist Top-down Unterstützung vom Management essenziell. Außerdem benötigt man Leuchtturm-Mitarbeiter, die das Projekt integrieren und andere Mitarbeiter motivieren.“

— Tobias Röver

Sociabble, ein nützliches Employee Advocacy-Tool

Marylin Montoya, Marketing Direktorin von Sociabble, erklärt, warum es sich das Start-Up zur Aufgabe gemacht hat, ein Employee Advocacy-Tool ins Leben zu rufen: 

„What we try to do is change the way communication has been done, because not only marketing or communication teams are engaging sales activities, but also other employees. The idea is that your employees know your company very well.“

— Marylin Montoya, Marketing Direktorin Sociabble

Sociabble vereinfacht die neue Form der Kommunikation. Mithilfe eines übersichtlichen Dashboards können Mitarbeiter innerhalb weniger Klicks Unternehmens-Content personalisieren und auf ihren eigenen Netzwerken verbreiten. Um die Motivation zu steigern, können Challenges und Gewinnspiele eingebunden werden:

Fazit

Employee Advocacy bringt neue Impulse in der Unternehmenskommunikation. Der Prozess wird durch die Beteiligung der Mitarbeiter demokratisiert. Diese Entwicklung ist eine wahrhafte Bereicherung für Unternehmen, die Employee Adovcacy geschickt integrieren. Wir von Neoskop sind vom Erfolg überzeugt und erarbeiten gerade mit einem unserer Kunden eine neue Kommunikationsstrategie. 

Bildnachweis: Alexa Domachowski // RTB16 Satellite Hannover