dmexco 2013 – Nutzerperspektive, Big Data und Integriertes Arbeiten

von Anna Beglau
20.09.2013

2 Tage voller Eindrücke rund um das Online-Marketing. Fest steht: der Themenbereich wächst und wächst und wächst... Gleiches gilt für die dmexco - Digital Marketing Exposition & Conference. Diese umfasste in diesem Jahr etwa 750 Aussteller und 26.000 Fachbesucher.

Immer wieder hörte man, die Marketing-Branche müsse umdenken und endlich den Nutzen der Zielgruppe in den Vordergrund stellen. Dafür müsse ein wirkliches Umdenken geschehen. Ein tolles Beispiel hierfür: Der Nutzen von Spülmaschinentabs werde seit Jahren als sauberes Geschirr in der Werbung kommuniziert. Der wirkliche Nutzen für die Zielgruppe, sei aber die Zeitersparnis. Spülmaschinentabs-Hersteller sollten also vielmehr Content publizieren, der Ihren Käufern zeigt, was diese mit der gewonnen Zeit anfangen könnten.

Spülmaschinen-Tabs sparen Zeit

Video, Big Data und Content Marketing waren die Themen, die überall präsent waren. Begeisternd war eine Diskussionsrunde mit Thomas de Buhr, Director Branding bei Google. Er betonte auch die Marken seien heute digitalisiert. Das habe zur Folge, dass wir neue und andere Erwartungen an eine Marke haben. Er überzeugte mit der Aussage, dass Engagement die Relevanz von Inhalten für Nutzer erhöht. Beispielhaft zeigte er dies an neuen Formen von Videoadvertising. So zuckten viele im Publikum zusammen als er das Video "A crash course to shine" zeigte. VW nutzt hier eindrucksvoll die Bekanntheit einer niederländischen Videobloggerin, um Informationen an eine weibliche Zielgruppe zu vermitteln, deren Aufmerksamkeit der Autohersteller sonst eher schwer erhält. Aus meiner Sicht ein tolles Beispiel - relevante Inhalte zu nutzen, um Markenbotschaften zu kommunizieren.

Google ist nicht allein

Die Internationalität der dmexco spiegelte sich auch in den anwesenden Suchmaschinen als Aussteller sowie Speaker wieder. Die Messe machte deutlich, dass der internationale Suchmaschinenmarkt mit Baidu, Yandexx und weiteren sehr viel mehr zu bieten und zu berücksichtigen hat als Google. Das Internationale Suchmaschinenmarketing steht hier erst am Anfang, denn die verschiedenen Märkte wirklich gezielt bespielen zu können, ist eine große Herausforderungen. Die „Giant Debate“ der großen Suchmaschinen machte das deutlich.

Digitalisierung deutscher Medienunternehmen

Zuletzt bot die dmexco deutschen Medienunternehmen eine Plattform, um sich und ihre Positionierung im digitalen Geschäft zu präsentieren. Achim Berg, CEO von Arvato und Julia Jäkel, CEO von Gruner & Jahr nutzten diese Gelegenheit und gaben sehr persönliche Einblicke. Beide sind erst seit kurzem im Chefsessel der jeweiligen Konzerne und haben großes vor. Achim Berg bezeugte, Digitales sei bei Arvato Chefsache. Er selbst führt diesen siebten und recht jungen Unternehmensbereich im Unternehmen. Die größte Herausforderung für die gesamte Online-Marketing Branche sehe er darin, online und offline zusammenzuführen.

Julia Jäkel erläuterte den Umbau von Gruner und Jahr von einem Haus der Magazine zu einem Haus der Inhalte, der in der vergangenen Woche verkündet wurde. Ziel sei es dabei, dass die Plattform zweitrangig wird und die Produktion relevanter Inhalte an Platz eins stünde. Der USP des Verlages sei es, die Bedürfnisse der Leser und User zu kennen und zu verstehen. Dieser müsse zukünftig noch viel besser genutzt werden. Auf Youtube ist das gesamte Interview zu sehen.

Online-Marketing steckt noch in der Phase der Professionalisierung

Schien es teilweise auf der Messe, als sei die Digitalisierung und Professionalisierung im Online-Marketing bereits abgeschlossen, wurde auf der begleitenden Conference immer wieder deutlich, dass man vielerorts hier noch am Anfang steht. Die Branche ist in einer Entwicklung und auf der Suche nach Experten. Diese sind aber oftmals abermals bemüht in der schnelllebigen digitalen Welt mitzukommen und manch einer verliert schneller seinen Expertenstatus als es ihm lieb ist. Die dmexco bot 2013 einen eindrucksvollen Einblick in die Online-Marketing Branche und es bleibt spannend wie lange es dauern wird, bis im Online- und Offline-Marketing wirklich integriert gedacht und gearbeitet wird.

Bildnachweis: © 2013 dmexco, Köln