Von Alina Lipka Mittwoch, 09. März 2016

[Recap] Content-Marketing Conference & Exposition

Am 1. und 2. März fand zum sechsten Mal in Folge die Content-Marketing Conference, kurz CMCX, statt. Das mittlerweile größte Content-Marketing-Event in Europa wurde dieses Jahr nicht wie sonst in Köln, sondern in München ausgetragen. Insgesamt lockten 2 Stages, 47 Referenten, und 35 Aussteller und Sponsoren 1.800 internationale Marketer an – darunter auch Alina, Content-Managerin bei Neoskop. Das Ergebnis waren 1.145 Minuten spannendes Bühnenprogramm.

Content Marketing Conference 2016

Das Chamäleon-Prinzip: Mut zum Adaptive Brand Marketing 

In der Eröffnungs-Keynote berichtet Sebastian Callies von Adaptive Brand Marketing, einer Form des Marketings, bei der sich Marken radikal ändern und sich ihrem Umfeld anpassen. Auf Grund von permanenten Konfigurationen, dem dynamischen Umfeld und dem Verschwinden von 1-zu-1-Produkten, befinden wir uns am Ende des Massenmarkts. 

Wir leben im Zeitalter des Updates. 

Wie können Unternehmen damit umgehen? Laut Sebastian Callies ganz klar mit einem angepassten Marketing. Hierfür ist es wichtig, sich die Frage zu stellen, welche Botschaft die Marke vermittelt, beziehungsweise welche Kernaussage sie kommunizieren möchte. Der Fokus muss also auf die Individualisierung gelegt werden. Callies vergleicht eine Marke mit einer Rockband: Sie besitzen beide ein Repertoire, welches je nach Zielgruppe unterschiedlich interpretiert werden muss.

Eine Marke ist nicht statisch. Sie besitzt eine wandelbare Identität. 

Interessant ist, dass 50% der User einen Kauf nicht abschließen würden, sobald Rechtschreibfehler auf der Landing Page sind. Qualität muss also groß geschrieben werden! Es kommt auf die Summe von gutem Content und hoher Investition in Qualität an. Als Paradebeispiel nennt Sebastian die Zeitung "Die Zeit", die es trotz Digitalisierung geschafft hat, ihre Auflagenhöhe zu steigern. 

Callies plädiert ganz klar für Mut zum Update. Inspirierender Vortrag! 

Sebastian Callies - CMCX 2016 in Sketchnotes

Content Operations: Bindeglied zwischen Content Strategie und nachhaltigem Geschäftserfolg 

Mirco Lange, Content-Marketing-Guru in Deutschland, beginnt seine Keynote mit einem für uns Content-Marketer bekannten Problem: Content-Marketing und seine umstrittene Definition. Es gibt keine einheitliche Erklärung, sodass jeder Content-Marketing auf seine Art und Weise betreibt und viele Inhalte ohne jegliche Abstimmungen, Strategie, Synergien oder wirklichen Plan erstellt. Mirko Lange nennt drei Aufgaben, die eine strategischere Herangehensweise ermöglichen: 

  1. Was ist guter Content? 
  2. Guten Content skalier- & wiederholbar machen
  3. Die Organisation entsprechend umbauen 

Im Zentrum der Content-Produktion müssen ganz klar die Interessen der Stakeholder stehen. Für den nachhaltigen Geschäftserfolg hat Mirko Lange die FISH-Methode entwickelt. Diese beinhaltet:

  • Follow Content (soll helfen, nachhaltig Reichweite aufbauen; z.B.: einfache Infografiken)
  • Inbound Content (soll helfen, konkrete Anfragen zu generieren; z.B.: White Paper)
  • Search Content (soll dem User sofort seine Fragen beantworten; z.B.: News zu aktuellen Themen)
  • Highlight Content (soll möglichst viel Aufmerksamkeit erzeugen; z.B.: Multimediale Inhalte)
Mirko Lange - CMCX 2016 in Sketchnotes

Content-Archäologie lohnt sich! 

Mit dem Content-Marketing-Althasen Klaus Eck begab sich die CMCX auf Content-Schatzsuche. 

Die Markenvergangenheit zu betrachten ist nach Klaus Eck unumgänglich. Gleichzeitig sollten wir uns fragen: Welche Markeninhalte haben damals funktioniert? Klaus Eck rät zu einem Content-Audit, der beispielsweise Rückschlüsse über austauschbare oder irrelevante Inhalte bietet. 

Alle versuchen mehr Content zu produzieren. Mehr Content allein ist aber keine Lösung beziehungsweise Strategie.

Der vom Unternehmen kommunizierte Inhalt ist vergleichbar mit einem Eisberg; nur ein Bruchteil ist sichtbar. Content-Archäologie lohnt sich genau aus diesem Grund! Oft befinden sich unter den nicht kommunizierten Inhalten wahre Goldschätze. Mithilfe von einer Owned-Media-Bestandsaufnahme und Stakeholder-Befragungen kann ermittelt werden, wie viel über die Marke bereits bekannt ist. 

 Es geht um alte Inhalte. Diese wertzuschätzen, zu entstauben und schließlich neu zu präsentieren. 

In der Sketchnote sind ebenfalls Klaus Ecks Definition von Unique Content sowie seine Tipps zur Content-Produktion enthalten: 

Klaus Eck - CMCX 2016 in Sketchnotes

Prinzipien des Content Designs zur Steigerung der Conversion Rate 

Robert Weller zählt zu den jüngsten Speakern der CMCX. Dynamisch und frei begeisterte er den vollen Konferenz-Bereich. Von seiner Art zu präsentieren kann sich der ein oder andere eine Scheibe abschneiden! Seine Keynote hielt er über Content-Design. 

Wir haben ein Problem. Wir produzieren alle digitale Inhalte. Gleichzeitig erzeugen wir damit ein Überangebot. Das heißt, das Angebot an digitalen Inhalten dominiert jetzt schon die Nachfrage.

Die Unternehmen haben folglich die Aufgabe, ihre Zielgruppe zum richtigen Content zu lotsen. 

We don't need more content. We need content that does more. (Sara Wachter-Boettcher)

Seinen Vortrag gliedert er mithilfe der AIDA-Formel, beziehungsweise der Customer Journey in Attention-Driven Content, User Centered Design, Conversion Centered Design.

Für Robert Weller gehört Content Design in jede Kommunikationsstrategie einer Marke. Da es sich bei seiner Definition um mehr als nur Gestaltung handelt, sollten Projektmanager, Texter und Designer Hand in Hand an den Projekten arbeiten. Dabei ist es entscheidend, sich zu überlegen, für wen der Content produziert werden soll und in welchem Stadium der Customer Journey sich der User befindet.

Robert Weller - CMCX 2016 in Sketchnotes

Grenzenlose Freiheit für Markeninhalte - Next-Level Content Marketing mit Tumblr

Steffen Hopf, Marketing Director und Country Commercial Director Germany bei Yahoo, hielt seine Keynote über die boomende Bloggingplattform Tumblr. Mit einer monatlichen Reichweite von 12.200.000 Nutzern in Deutschland ist das soziale Netzwerk äußerst beliebt bei der Generation Z. Die 12-19-jährige Zielgruppe ist jederzeit online: 80% geben an, ihr Smartphone zu checken, sobald sie aufwachen. 

Tumblr kennt keine Grenzen und bietet den Usern viel Gestaltungsfreiraum. Auch für andere Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Instagram ist die Plattform offen. Die Tumblr-User sind sehr aktiv; 95% teilen regelmäßig Content. Interessant ist, dass bereits 300 der 500 Top-Marken Tumblr nutzen. 

Laut Steffen Hopf bewegen wir uns nicht mehr in einem Umfeld, in dem wir den Inhalt finden, sondern in dem der Inhalt uns findet. 

Gut gemachter Content ist der heiße Scheiß.

Steffen Hopf - CMCX 2016 in Sketchnotes

Fazit: Hat sich die CMCX gelohnt? 

Ja! Deswegen hätte dieser Artikel noch viel länger sein können. Uns haben die Vorträge, Podiumsdiskussionen, Networking-Möglichkeiten und im Allgemeinen die Atmosphäre sehr gut gefallen. Spannend waren auch Speaker aus großen Unternehmen wie BMW, Otto oder Fokus, die Einblicke in ihre Arbeitsprozesse ermöglichten. Bis auf ein oder zwei Ausnahmen waren die Vorträge werbefrei. 

Auch die Abschluss-Keynote glänzte. Souverän und begeisternd hielt diese der Bachelorand Babak Zand. Allein an seinen liebevoll gestalteten Folien sah man, dass darin sehr viel Herzblut steckte! Mithilfe der Content-Marketing Balanced-Scorecard erklärt er, wie man Content-Strategien erfolgreich umsetzen, messen und steuern kann. Wir sind gespannt, inwiefern sich die Balanced-Scorecard im Content-Marketing durchsetzen wird. Bis zur nächsten CMCX!

(Danke auch an Lisa, Konzepterin bei Neoskop, die das erste Oxford-Komma in der Neoskop-Blog-Geschichte gesetzt hat!) 

  • Content Marketing Conference 2016
  • Content Marketing Conference 2016
  • Content Marketing Conference 2016
  • Content Marketing Conference 2016
  • Content Marketing Conference 2016
  • Content Marketing Conference 2016
  • Content Marketing Conference 2016